Medizinische Visualisierung: Glossar

Medizinische Begriffe

Im Fremdwörterglossar Medizin und Glossar medizinischer Begriffe (deutsch) bzw. Glossary of medical terms (english) gibt es eine recht ausführliche Liste von Erklärungen zu medizinischen Fremdwörtern.

Anatomische Lagebezeichnungen
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können in zwei Gruppen unterteilt werden. Begriffe der ersten Gruppe geben die Lage relativ oder absolut an. Relative Angaben beziehen sich auf eine Referenz-Struktur. So ist es z. B. nicht üblich zu sagen, die Leber liegt inferior (unterhalb) des rechten Lungenflügels, hier müsste kaudal verwendet werden. Die Begriffe der zweiten Gruppe werden meist bei anatomischen Bezeichnungen verwendet.   Die korrekte Bezeichnung der vorderen Schienbeinschlagader lautet Arteria tibialis anterior und nicht Arteria tibialis ventralis.



dorsal - rückenwärts
ventral - bauchwärts
kranial - kopfwärts
kaudal - steißwärts
medial - zur Mitte hin
lateral - zur Seite hin
proximal - näher zum Körperstamm
distal - weiter vom Körperstamm



anterior - vorne
posterior - hinten
inferior - unterhalb, unten
superior - oberhalb,oben


Orientierung an den Gliedmaßen
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proximal(is) - näher am Rumpf
distal(is) - entfernter vom Rumpf
dorsal(is) - zum Hand- bzw. Fußrücken hin oder gehörig
palmar(is) - zur Handinnenfläche hin oder gehörig
plantar(is) - zur Fußsohle hin oder gehörig
radial(is) - zum Radius(Speiche) hin gelegen
ulnar(is) - zur Ulna (Elle) hin gelegen
fibular(is) - zur Fibula (Wadenbein) hin gelegen
tibial(is) - zur Tibia (Schienbein) hin gelegen


Bezeichnung von Körperebenen
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Medianebene - Ebene, die den Körper in eine rechte und linke Körperebene teilt.
Sagittalebene - Alle Ebenen, die parallel zur Medianebene liegen
Frontalebene / Koronarebene - Zur Stirn parallel verlaufende Ebenen
Transversalebene / Axialebene - Senkrecht zur Körperachse verlaufende Ebenen


Sonstige Begriffe
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Adenom - kugelförmige, knotige Gewächse des Drüsengewebes (gutartig, Vorkommen z.B. in der Brust)
Aneurysma - Umschriebene Ausweitung eines Gefäßes , am häufigsten Arterien
Angiographie - Darstellung von Gefäßen mit bildgebenden Methoden. Röntgenolog. Darstellung (konventionell und CT ) nach Injektion von röntgendichtem Kontrastmittel. Im MRT gelingt die Darstellung des Blutes und damit der Gefäße auch ohne Kontrastmittel (KM), diese Technik wird aber in letzter Zeit wieder verlassen.
Arteria - Schlagader, führt Blut vom Herzen weg (Abk.: A., Mehrzahl Aa.)
A. mesenterica superior - Schlagader, die von der Bauchaorta abgeht den Dünndarm und einen Teil des Dickdarmes versorgt (Abk.: A.mes.sup.)
A. mesenterica inferior - Schlagader die unterhalb der A.mes.sup. ebenfalls aus der Bauchaorta entspringt und den anderen Teil des Dickdarmes versorgt
A.lienalis - Milzarterie aus dem Truncus coeliacus (erstes großes Gefäß der Bauchaorta)
Acetabulum - Gelenkpfanne im Beckenskelett, die den Oberschenkelkopf aufnimmt. Beide zusammen bilden ein Hüftgelenk
Antetorsion - Fehlstellung des Oberschenkelhalses nach ventral (in Grad) (allgemein Drehung nach vorne)
Benigne - gutartig (maligne ist das Gegenteil: eine bösartige Krebserkrankung)
(Kontrastmittel)Bolus - hochkonzentrierte Welle eines Kontrastmittels, Bolus eigentlich Kloß / Klumpen
Bronchus - Luftröhrenzweig
Bronchoskopie - (-> endoskopische) Untersuchung der Luftröhre und der Bronchien
bronchial - zum Bronchus gehörig (z.B. Bronchialbaum)
Cerebrellum - Kleinhirn, Zentralorgan für Koordination der Bewegungen und den Gleichgewichtssinn
Cerebrum - Großhirn (größter Teil des Gehirns, Ort der Intelligenz, Sprachverarbeitung, -bildung, Sehen, Motorik, Emotionen)
Cine Mode - Bei der Befundung an einer radiologischen Workstation wird das schnelle "Durchfahren" durch die Schichtbilder eines Volumendatensatzes "cine mode" genannt. Der Bildaufbau geht dabei so schnell, dass der Eindruck einer Bewegung entsteht.
Corpus callosum - Balken; nierenförmiges Struktur, die die beiden Großhirnhälften (links und rechts) verbindet. Stellt sich in T1-gewichteten Bildern sehr hell dar.
Corticalis - Rinde z. B. Gehirn, Knochen, Niere, Nebenniere
Cranium - Schädelknochen
CT - Computertomogramm
CTAP - CT bei arterieller Portographie (Ein Plastikschlauch wird von der Leiste in eine Bauchschlagader, meist A. mes. sup. eingeführt und über diesen Kontrastmittel injiziert. Nachdem das Kontrastmittel den Darm passiert hat, werden Aufnahmen mittels CT angefertigt, so dass die Pfortader optimal kontrastiert ist.)
Dura (mater) - äußere Hirnhaut, direkt unter der Schädeldecke und teilweise mit dieser verwachesen, (=harte Hirnhaut)
EBCT - Electron Beam CT
Embolie - Verstopfung eines Gefäßes durch einen Embolus (Material, das nicht an dieser Stelle entstanden ist)  z.B. Luft, Fett, Gewebsbestandteile
Emphysem - Aufblähung durch Gase (zumeist Luft), Lungenemphysem: Luft in der Lunge ist vermehrt.
endoskopisch - Untersuchung von Köperhöhlen durch eine optische Einrichtung
Femur - Oberschenkel (Knochen)
Fibrom - gutartiger Tumor, der überwiegend aus Bindegewebe besteht und aus diesem entstanden ist
Fibrose - Vermehrung von Bindegewebe (z.B. in der Lunge durch Umbauprozesse, die den Gasaustausch erschweren)
Galaktographie - Darstellung der Milchgänge der Brustdrüse mit Kontrastmittel (KM)
Gyrus - Windung, meistens Hirnwindung
Hippokampus - Struktur im Großhirn, an der Innenseite der Temporallappen gelegen, oft Zentrum von Veränderungen, die Epilepsien auslösen. Kann allerdings auch als Folge der Epilepsie verändert sein = Hippokamussklerose
in vitro - anhand von Präparaten (bei bildgebenden Verfahren ist oft eine sehr viel höhere Qualität als bei in vivo Daten zu erwarten, da eine beliebig hohe Strahlung angewendet werden kann und keine Bewegungen auftreten)
in vivo - am lebenden Menschen (bei bildgebenden Verfahren kann das bedeuten, dass Artefakte durch die Atmung, den Herzschlag oder Patientenbewegungen auftreten)
intrakranial - innerhalb des Hirnschädels
intravenös - in die Venen (kurz iv für intravenöse Medikamentengabe, d. h. das Medikament wird in eine Vene gespritzt)
ischämische Bereiche - minderdurchblutete Bereiche (in Folge von Embolien oder Thrombose), kann zum Infarkt führen, falls die Ischämie ausgeprägt ist.
Karzinom - bösartige Geschwulst epithelialen Ursprung, häufigster Krebstyp (ein gutartiger epithelialer Tumor heißt ->Adenom)
Läsion - Verletzung, Störung
-stellar - sternförmig
-fokal - herdförmig
Liquor (engl. cerebro spinal fluid, CSF) - Hirnflüssigkeit, die in den Hirnkammern und um das Gehirn / Rückenmark enthalten ist. Ähnlich der Lymphflüssigkeit.
maligne - bösartig
Mammographie - Röntgenaufnahme der Brust
Mediastinum - mittl. Teil der Brusthöhle vom Brustbein bis zu den Brustwirbelkörpern (Steht in der Mitte zwischen den Lungenflügeln)
mediolateral - von der Mitte zur Seite
Melanom - bösartige Geschwulst der Haut (Hautkrebs), von den 3 Hautkrebstypen der bösartigste
Meningen - Hirnhaut bzw. Haut des Rückenmarks, Überbegriff für die verschiedenen Hirnhautbereiche (siehe auch Dura mater und Pia mater)
Mikroverkalkung (engl. microcalcification) - kleine, in Gruppen auftretende Verkalkungen, Anzeichen für Brustkrebs in einer Mammographie
Nekrose - Absterben von Gewebe- bzw. Organteilen, z.B. in Folge von Verbrennungen, unterbrochener Gefäßversorgung oder Tumorerkrankungen
oblique - schief, schräg
Parenchym - Funktionsgewebe eines Organs
Pathologie - krankhafte Veränderung, Lehre von den Krankheiten
Perfusion - Durchströmung des Körpers oder von Organen
Pfortader - Führt venöses, nährstoffhaltiges Blut aus Magen, Darm, Pankreas und Milz in die Leber
Pia Mater - Innere, weiche Hirnhaut (siehe auch Meningen)
Pleura - Lungenfell, man unterscheidet parietale ,der Thoraxwand anliegende und viscerale ,der Lunge aufliegende Pleura. Dazwischen Pleuraspalt.
pulmonal - zur Lunge gehörend
Rundherd - rundliche, verdichtete Zone in radiologischen Aufnahmen
Sarkom - Bösartige Bindegewebs-, Muskel- oder Knochengeschwulst (Krebs)
Shunt - Kurzschluss zwischen Gefäßen , in der Regel zwischen Arterien und Venen oder z.B. Verbindung zw. Pfortader und Hohlvene zur Entlastung bei Pfortaderdruckerhöhung. Oder Dialyseshunt: ein künstlich erzeugterKurzschluss zwischen einer Schlagader und Vene um eine stark durchblutete Vene zu erzeugen, aus der das Blut für die Blutwäsche entnommen werden kann.
Screening - Untersuchung einer großen Gruppe gesunder Personen, mit dem Ziel eine häufig vorkommende und lebensbedrohliche Erkrankung frühzeitig (vor dem Auftreten von Symptomen) zu diagnostizieren (z.B. Mammographie-Screening zur Brustkrebsfrüherkennung)
Sensitivität - Eigenschaft eines diagnostischen Verfahrens eine vorliegende Erkrankung zu erkennen, wird in Prozent angegeben (Zahl der Patienten, bei denen eine Erkrankung korrekt erkannt wurde/Zahl der untersuchten Patienten, die diese Erkrankung aufweisen)
Spezifität - Eigenschaft eines diagnostischen Verfahrens eine Erkrankung auszuschließen, wird in Prozent angegeben. (Zahl der Patienten, bei denen eine Erkrankung fälschlicherweise angenommen wird/ Zahl der Patienten, bei denen die Krankheit angenommen wird.) Eine erhöhte Spezifität geht mit einer geringeren Sensitivtät einher und umgekehrt.
Septum - Scheidewand, z.B. zwischen Lungensegmenten
Spongiosa - Schwammartiges Gewebe z.B.im Knochen
Stenose - Verengung, Einengung, z.B. bei Gefäßen
Stereotaktische OP - gezielte, schonende Operation unter Zuhilfenahme von Lokalisationsgeräten z.B. bei Operationen an kleinen, tiefliegenden Gehirnstrukturen
temporal - zur Schläfe gehörend
Thorax - Brustkorb
Tomographie - Schichtbildaufnahme
Ventrikel - Kammer, z.B. im Hirn, Herz. Ventriculus gastricus oder Magenventrikel ist der Hauptteil des Magens

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