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Personal Information
| Name: |
Felix Engelhard |
| Affiliation: |
DaimlerChrysler AG, Research Center Esslingen |
| Email: |
Felix.Engelhard@daimlerchrysler.com |
| Degree: |
Diplom-Informatik, Universität Erlangen-Nürnberg, 2001 |
Title of Thesis Project
Effiziente numerische Analyse nicht-Markoff’scher Petri-Netze mit Hilfe
symbolischer Speichertechniken
Summary of Thesis Project
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Entwicklung und Implementierung eines
Verfahrens, das die analytisch numerische Lösung nicht-Markoffscher
Petri-Netze erlaubt, um damit Fahrzeugkomponenten bezüglich Sicherheit,
Zuverlässigkeit, ... analysieren zu können. Hierbei handelt es sich um
Petri-Netze, bei denen im Unterschied zu den bekannten GSPNs die verwendeten
Transitionen nicht nur exponentiell verteilt oder zeitlos sein können, sondern
beliebige Verteilungsfunktionen verwendet werden können. Dies ist insbesondere
notwendig, da gerade das Ausfallverhalten von Fahrzeugkomponenten sich nicht
durch eine Exponentialverteilung beschreiben läßt. Eine simulative Lösung der
aufgebauten Netze scheidet aufgrund der Anforderung, mit dem Verfahren auch
sicherheitsanalysen durchführen zu können, aus, da hierbei nicht garantiert
werden kann, daß alle möglichen Systemzustände auch durchlaufen werden und
somit potentiell gefährliche Zustände übersehen werden können. Eine der
wichtigsten Anforderungen an das zu entwickelnde Lösungsverfahren ist, daß dem
Benutzer keinerlei Modellierungseinschränkungen bezüglich der Struktur der
aufgebauten Netze auferlegt wird, wie das bei anderen Verfahren, wie z.B. der
Methode der zusätzlichen Variablen der Fall ist.
Der in dieser Arbeit verfolgte Lösungsansatz verwendet für die Behandlung der
nicht-exponentiellen Verteilungen eine Approximation durch Phasentypverteilungen.
Damit wird die eigentliche Analyse auf die Analyse eines GSPNs reduziert,
allerdings tritt in den meisten Fällen eine enorme Zustandsraumexplosion auf. Das
Vorgehen zur Analyse „beliebiger“ Petri-Netze läßt sich somit wie folgt
beschreiben:
- Aufbau des Erreichbarkeitsgaphen für das ursprüngliche Petri-Netz (RG)
- Reduktion des Erreichbarkeitsgraphen à RRG (= Entfernen aller zeitlosen
Zustände aus dem RG, da die Aufenthaltswahrscheinlichkeit in Ihnen 0 ist). Der
Grund dafür, daß nicht direkt der reduzierte Erreichbarkeitsgraph aufgebaut wird
sondern erst die Variante mit allen Zuständen liegt darin, daß die implementierte
Komponente später auch für weitergehende, strukturelle Analysen eingesetzt werden
soll, bei denen evtl. die verschwindenden (zeitlosen) Zustände von Bedeutung sind
(Livelock)
- Fit der allgemein verteilten Übergänge im RRG durch jeweils eine
Phasentypverteilung
- Einarbeitung der Phasentypverteilten Übergänge in den Erreichbarkeitsgraphen
unter Berücksichtigung der jeweiligen Verdrängungsstrategie
- Aufbau der für die Analyse (das Hauptaugenmerk liegt hier auf der transienten
Analyse) benötigten Matrizen und Vektoren und Berechnung der numerischen Lösung
- Berechnung von durch Rewards definierten Meßwerten
Die grundlegenden Probleme, die im Rahmen dieser Arbeit zu lösen sind, sind somit:
- Effiziente Erzeugung und Speicherung eines RRG für Netze ohne strukturelle
Beschränkungen, was die Verwendung von symbolischen Techniken (MDDS, MTBDDs,
Matrixdiagramme, ...) ausschließt
- Fit beliebiger Verteilungsfunktionen durch Phasentypverteilungen: hierbei ist
zu beachten, daß die ursprüngliche Funktion gut durch die Phasentypverteilung
approximiert werden muß, andererseits aber die Anzahl der verwendeten Phasen
möglichst klein gehalten werden muß, da ansonsten das sowieso schon vorhandene
Problem der Zustandsraumexplosion noch verschärft wird
- Handhabung der Zustandsraumexplosion bei der Einarbeitung der
Phasentypverteilungen in den RRG: dies soll durch die Verwendung symbolischer
Techniken ermöglicht werden
- Anpassung von Lösungsverfahren an die verwendeten symbolischen Techniken
- Rückrechnung der Zustandswahrscheinlichkeiten auf dem Phasentypverteilten RRG
auf die Rewardwerte, die auf Netzebene definiert sind und nur bis zum RRG mit den
Zuständen verknüpft werden können.
Neben der reinen Entwicklung und Implementierung von Techniken zur analytisch
numerischen Analyse von nicht-Markoffschen Petri-Netzen lag auch ein Augenmerk auf
der Gewinnung von Eingangsparameter aus Felddaten, da die Analyse eines
Petri-Netzes nur dann wirklich sinnvoll ist, wenn die an den Transitionen verwendeten
Verteilungsfunktionen auch etwas mit dem wirklichen Ausfallverhalten der Bauteile
zu tun haben (GIGO-Prinzip). Aus diesem Grund wurde mit ParEs (ParameterEstimation)
ein Tool geschaffen, das die Schätzung von Verteilungsparametern aus Felddaten für
die folgenden Verteilungen erlaubt:
- Weibullverteilung (2- und 3-parametrig)
- Exponentialverteilung
- Normalverteilung
- Logarithmische Normalverteilung
- Eine Verteilung, deren Ausfallrate die bekannte Badewannenkurve mit
Frühausfällen, stabiler Lebensphase und Verschleißverhalten nachbildet
Die hierzu verwendeten Techniken sind Maximum-Likelihood-Schätzung und Regression,
die allerdings an die Gegebenheiten der vorhandenen Felldaten (geclusterte und
zensierte Daten) angepaßt werden mußten.
Ein besonderes Augenmerk bei allen implementierten Techniken liegt, schon durch
die Industriebeteiligung, auf der Praxistauglichkeit der verwendeten Techniken und
der Umsetzung in Tools, die auch von nicht-Experten angewendet werden können.
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