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Fakultät für Informatik

 

Vertiefungsrichtung "Simulation und Graphik" im Diplomstudiengang Informatik

Michiel Smid
Institut für Simulation und Graphik
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
E-mail: michiel@isg.cs.uni-magdeburg.de
URL: http://isgwww.cs.uni-magdeburg.de/

21. Januar 1999

Vorbemerkungen

Das primäre Ziel dieser Beschreibung der Vertiefungsrichtung "Simulation und Graphik" ist es, den Studierenden ein zügiges Hauptstudium durch die Wahl aufeinander abgestimmter Veranstaltungen mit garantierten Seminar- und Praktikumsplätzen zu ermöglichen.

Die Vertiefung realisiert hierbei die Auswahl einer interessanten Kombination von Veranstaltungen mit zur Zeit guten Berufschancen.

Charakterisierung des Vertiefungsgebiets

Das Studium in einer Vertiefungsrichtung soll die Studentin oder den Studenten dazu anregen, die im Grundstudium und in den Pflichtveranstaltungen des Hauptstudiums erworbenen generellen Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten auf einem spezielleren, jedoch interdisziplinär angelegten Fachgebiet zu erweitern und anzuwenden. In der Vertiefungsrichtung Simulation und Graphik geht es vor allem um die Modellierung von Gegenständen und Abläufen sowie deren interaktive Visualisierung. Das Themenspektrum beginnt bei theoretischen Grundlagen (Algorithmische Geometrie) und führt über die praktische Informatik (Bildverarbeitung sowie Computergraphik und interaktive Systeme) bis zur angewandten Informatik (Computervisualistik sowie Simulation und Modellbildung). Diese Vertiefungsrichtung umfaßt wesentliche Bereiche der Informatik, die sich mit Bildern beschäftigen.

Leiter der Vertiefungsrichtung

Die an der Vertiefungsrichtung Simulation und Graphik beteiligten Hochschullehrer wählen jeweils einen Leiter der Vertiefungsrichtung. Zur Zeit ist dies Prof. Smid.

Beteiligte Arbeitsgruppen

An der Vertiefung sind zur Zeit die folgenden Arbeitsgruppen beteiligt (in alphabetischer Reihenfolge):

  • Algorithmische Geometrie (Michiel Smid)
  • Bildverarbeitung (Klaus Tönnies)
  • Computergraphik und Interaktive Systeme (Thomas Strothotte)
  • Computervisualistik (N.N., im Aufbau)
  • Simulation (Peter Lorenz)

Lehrangebot

Vorlesungen

Auswahl der Vorlesungen

Um einen Abschluß in der Vertiefungsrichtung Simulation und Graphik zu erlangen und auf dem Zeugnis eintragen lassen zu können, müssen mindestens 50 Prozent der Prüfungen bzw. Prüfungsvorleistungen des Hauptstudiums (insgesamt 8 Vorlesungen) durch Vorlesungen der Vertiefungsrichtung abgedeckt werden (Prüfung Informatik I sowie Nebenfach zählen hierbei natürlich nicht). Abweichungen von dieser Regel bedürfen der Zustimmung des Vertiefungsleiters.

In den folgenden Abschnitten wird das aktuelle Vorlesungsangebot der an der Vertiefungsrichtung Simulation und Graphik beteiligten Arbeitsgruppen aufgelistet. Die mit einem * markierten Vorlesungen werden als ``Mindestauswahl'' empfohlen, um alle Aspekte der Vertiefungsrichtung kennenzulernen. Neben dieser Mindestauswahl empfiehlt es sich, in mindestens einer der aufgeführten Arbeitsgruppen mehrere Veranstaltungen zur inhaltlichen Vertiefung eines Aspekts zusammenzustellen.

Die Arbeitsgruppen der Vertiefungsrichtung bieten Veranstaltungen der Gebiete praktische, angewandte, technische und theoretische Informatik an. Bei der (empfohlenen!) Wahl von Veranstaltungen außerhalb des von den beteiligten Arbeitsgruppen angebotenen Vorlesungskanons sollte auf thematische Ergänzung der Vertiefung geachtet werden, die in Kombination mit dem Vertiefungsgebiet neue Möglichkeiten eröffnen. Naheliegende Beispiele sind Spezialveranstaltungen aus den Bereichen Datenbanken, wissensbasierter Techniken oder verteilter Systeme. Der Vertiefungsleiter und die Hochschullehrer der Vertiefung beraten gerne bei der Auswahl derartiger Fächer. Die Vertiefungsrichtung Simulation und Graphik informiert zu Beginn jedes Semesters über Empfehlungen für die Vorlesungsauswahl und die Studienplanung.

AG Theoretische Informatik/Algorithmische Geometrie

Lehrender im Vertiefungsstudium: M. Smid

  • Algorithmische Geometrie *
  • Effiziente Algorithmen
  • Computer Aided Geometric Design (Luscher)
  • Wechselnde Spezialveranstaltungen, z.B.
    • Geometrische Netzwerkprobleme
    • Geometrische Datenstrukturen

AG Bildverarbeitung

Lehrende im Vertiefungsstudium: K. Tönnies, R. Pohle

  • Bildverarbeitung *
  • 3D Computer Vision
  • Medizinische Bildanalyse
  • Mustererkennung in der Bildanalyse

AG Computergraphik und Interaktive Systeme

Lehrende im Vertiefungsstudium: Th. Strothotte, O. Deussen, J. Schirra

  • Graphik II (3D Graphik) *
  • Graphik III
  • Graphik in der Mensch-Computer-Interaktion
  • Benutzergerechte Systeme
  • Computeranimation

AG Simulation

Lehrende im Vertiefungsstudium: P. Lorenz, R. Hohmann

  • Mathematische und methodische Grundlagen der Simulation *
  • Kontinuierliche Simulation
  • Simulatorentwicklung
  • Petrinetze

Spezialseminar

Die 4 Stunden Spezialseminar werden in der Vertiefung Simulation und Graphik wie folgt aufgeteilt (dies impliziert keine zeitliche Reihenfolge):

  • Spezialseminar A: Seminarvortrag und Ausarbeitung zu einem Forschungsthema
  • Spezialseminar B: Verteidigung der Praktikumsarbeit
Soll das Spezialseminar A bei einer anderen Vertiefungsrichtung absolviert werden, so wird empfohlen, den Vertiefungsleiter im Vorfeld um Beratung zu bitten.

Laborpraktikum

Das Laborpraktikum beinhaltet eine größere Systementwicklung, gegebenenfalls auch als Gruppenarbeit. Es wird jeweils im Wintersemester angeboten. Dieses Praktikum fordert die Studentin oder den Studenten insbesondere im Umfeld der Entwicklung integrierter Systeme, wobei sie bzw. er sich mit dem individuellen Fachwissen als auch mit der ganzen Persönlichkeit (Teamwork) einbringt.

Wird das Laborpraktikum bei einer anderen Vertiefungsrichtung absolviert, muß die Zustimmung des Vertiefungsleiters eingeholt werden. Eine der beiden Veranstaltungen Spezialseminar A oder Laborpraktikum muß auf jeden Fall in der Vertiefung Simulation und Graphik absolviert werden, wobei das Laborpraktikum Priorität hat.

Praktikumssemester

Zur Zeit bestehen Kooperationen mit folgenden Institutionen, die regelmäßig Praktikumsplätze anbieten:

  • Fraunhofer-Institut für Fabrikplanung und Fabrikorganisation Magdeburg
  • Siemens AG (Dr. U. Leiner)
  • Graphikon GmbH, Berlin (Prof. Saedler)
  • Filmakademie Baden-Württemberg (Prof. Haegele)
  • Hochschulen im Ausland, insbesondere University of Michigan (Virtual Reality Labor, Ann Arbor), Simon Fraser University (Vancouver), University of Idaho (Moscow), Syracuse University (New York), Universität Uppsala (Schweden), University of Stevens Point (Wisconsin)
Bei der Suche nach Praktikumsplätzen ist aber auch Eigeninitiative der Studierenden gefragt und erwünscht. Das Praktikumssemester wird in der Regel im 7. Semester absolviert, kann aber auch in anderen Semestern durchgeführt werden, wobei Abstimmungen mit anderen Veranstaltungen notwendig werden können. Wer das Praktikum in einem Betrieb oder an einer anderen Universität durchführt, sollte unbedingt schon vor Beginn des Praktikums einen Betreuer an der hiesigen Fakultät für Informatik suchen, um eine qualifizierte Aufgabenstellung und die entsprechende Betreuung zu sichern. Weitere aktuelle Praktikumsangebote werden ständig durch Aushänge bekanntgegeben.

Diplomarbeit

Diplomarbeitsthemen werden aus dem Forschungsspektrum aller Arbeitsgruppen abgeleitet. Themenstellungen aus der Wirtschaft bedürfen einer besonderen Vorbereitung im Einvernehmen mit einem Hochschullehrer des Instituts. Die Professoren legen großen Wert darauf, daß auch in dieser Phase die Regelstudienzeit eingehalten wird.

Sonstiges

Das Institut empfiehlt allen Studierenden, einen Teil des Studiums als integriertes Auslandsstudium anzustreben (im Rahmen des Angebotes). Das Austauschprogramm mit Stevens Point, USA (Dual-Degree-Program) ist dazu genauso geeignet wie die Angebote über Sokrates (EU) oder über individuelle Anbahnungen.

In bezug auf den späteren Einsatz als Absolvent spielt die Wahl des Nebenfaches eine vorbereitende, jedoch nicht dominierende Rolle. Es versteht sich, daß gewisse Prozeßkenntnisse über den Bereich, der einmal das Einsatzfeld bestimmt, von Vorteil sind. Hierzu sollten sich die Studierenden Beratung bei den Studienfachberatern holen.



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